Bausubstanz vor Ort
Was in Hildesheim typisch ist: und worauf ich achte
Hildesheim ist kein einheitlicher Baubestand. Die Zerstörung von 1945, der Wiederaufbau, die erhaltene Gründerzeit am Moritzberg und die Siedlungen der Nachkriegsjahre bringen jeweils eigene Schwachstellen mit. Eine Begutachtung ist hier nur so gut, wie sie die örtliche Bauweise kennt.
Wiederaufbau und rekonstruierte Altstadt
Große Teile der Innenstadt wurden 1945 zerstört und in den Nachkriegsjahren wieder aufgebaut, ergänzt um die später rekonstruierten Fachwerkfassaden am Marktplatz. Bei dieser Substanz sind die Themen der Wiederaufbaujahre relevant: Betonskelette und Ziegelausfachungen, überalterte Flachdächer und Abdichtungen sowie Fenster und Haustechnik, die ihre Nutzungsdauer längst überschritten haben.
Gründerzeit am Moritzberg und in den Villenlagen
Der Moritzberg und Teile der Nordstadt blieben weitgehend erhalten. Hier stehen die klassischen Altbau-Themen im Vordergrund: fehlende oder überalterte Horizontalsperren, aufsteigende Feuchte im Sockel, nachträglich innen gedämmte Außenwände mit Tauwasserrisiko und Holzbalkendecken, deren Auflager man ohne Öffnung nicht sieht.
Nachkriegs- und Siedlungshäuser der 1950er bis 1970er
In Ochtersum, Himmelsthür, Drispenstedt und der Marienburger Höhe stammt ein großer Teil des Bestands aus dieser Zeit. Typisch sind Kelleraußenwände ohne funktionierende Abdichtung, Wärmebrücken an Betonstürzen und Balkonplatten sowie, je nach Baujahr, asbestverdächtige Materialien in Bodenbelägen, Fassaden- und Dachplatten.
Warum die Region eine Rolle spielt
Hildesheim liegt an der Innerste; in flussnahen Lagen sind Kellerfeuchte und Abdichtung ein Dauerthema. Die Lössböden der Hildesheimer Börde tragen gut, können aber bei wechselnder Durchfeuchtung Setzungen begünstigen. Beides fließt in meine Bewertung von Rissen und Feuchteschäden ein.